Nächste Veranstaltungen
Oktober 2009 Workshops zur demokratischen Bildung von jungen Migranten
Neonazismus, Rassismus und undemokratisches Handeln begegnet uns ständig in unserem Alltag. Eine Reaktionsmöglichkeit ist die Stärkung demokratischen
Handelns. In Zusammenarbeit mit den Jugendmigrationsdiensten im Landkreis Mittelsachsen und Treibhaus e.V. bietet das Netzwerk Migration Mittelsachsen an drei Orten im Landkreis den Workshop „Konflikte im Alltag demokratisch lösen“ an. Damit erhalten Jugendliche Anregungen, Interessenskonflikte kreativ und demokratisch zu lösen. Die Mehrheitsentscheidung ist hierbei die schlechteste (aber noch demokratische) Lösung. Mit Hilfe praktischer Übungen werden Lösungen gesucht, bei welchen möglichst alle Bedürfnisse Platz haben. Den Rahmen hierbei bilden die Menschenrechte.
Für mehr Informationen: www.pokubi-sachsen.de und www.cjd-chemnitz.de
November 2009 "Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland"
Die Opferberatung für Betroffene rechter Gewalt im Regierungsbezirk Chemnitz (RAA) wird in Zusammenarbeit mit dem Bündnis für Toleranz und Demokratie - gegen
Rechtsextremismus, Fremdenfeinlichkeit und Antisemitismus" in
Frankenberg und unserem Bündnis die Ausstellung „Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland“ in Frankenberg sowie Mittweida zeigen.
Die Ausstellung portraitiert bundesweite Todesopfer rechter Gewalt und soll mit Begleitveranstaltungen und Informationen zu lokalen Bezügen unserer Region umrahmt werden.
Ausstellungstermine Mittelsachsen:
01.11. bis 22.11.2009 Frankenberg
23.11. bis 09.12.2009 in Mittweida
weitere Infos: opfer-rechter-gewalt.de
Vermeintliches Neonazi-Opfer aus Mittweida akzeptiert Urteil
19-Jährige versteht dies aber nicht als "Schuldeingeständnis"
Chemnitz/Mittweida (ddp-lsc). Die wegen eines vorgetäuschten Neonazi-Überfalls in Mittweida verurteilte Rebecca K. akzeptiert ihren Schuldspruch. Wie ihr Verteidiger Axel Schweppe am Donnerstag mitteilte, hat er auf deren "ausdrücklichen Wunsch" die eingelegten Rechtsmittel gegen das Urteil vom 14. November 2008 zurückgenommen. Darin sei aber "keinesfalls ein Schuldeingeständnis" zu sehen, ließ die junge Frau über ihren Anwalt erklären. Die mittlerweile 19-Jährige halte nach wie vor an ihrer von Anfang an abgegebenen Schilderung des Vorfalls fest. Schweppe fügte hinzu, dass das Urteil damit rechtskräftig sei. Die Staatsanwaltschaft hatte auf weitere Rechtsmittel verzichtet.
Nach Angaben ihres Verteidigers ist der Grund für die Rücknahme der Rechtsmittel, dass sich seine Mandantin "nicht in der Lage sieht, sich ein zweites Mal einer Hauptverhandlung von erheblicher Dauer mit einer entsprechenden medialen Beachtung auszusetzen". Sie hoffe nun, "so schnell wie möglich ihre Ruhe wiederzufinden".
Rebecca K. war vom Amtsgericht Hainichen wegen Vortäuschens einer Straftat schuldig gesprochen worden und zur Ableistung von 40 Arbeitsstunden verurteilt worden. Das Gericht sah es damals als erwiesen an, dass sie sich Anfang November 2007 selbst ein Hakenkreuz in die Haut geritzt hatte. Bei der Polizei hatte die damals 17-Jährige anschließend angegeben, von Neonazis angegriffen worden zu sein, als sie einem Aussiedlermädchen helfen wollte.
Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Umstritten war auch die Auszeichnung, die dem vermeintlichen Opfer vom "Bündnis für Demokratie und Toleranz" trotz laufender Ermittlungen für das Engagement gegen Rechtsextremismus verliehen worden war.
Freie Presse, Onlineausgabe, 19.02.2009
Hakenkreuzfall: Rebecca K. akzeptiert Schuldspruch
Junge Frau will Ruhe finden - Nun droht Aberkennung ihrer Ehrung
Mittweida. Die wegen eines vorgetäuschten Neonazi-Überfalls in Mittweida verurteilte Rebecca K. akzeptiert ihren Schuldspruch. Ihr Verteidiger Axel Schweppe erklärte gestern, er habe auf "ausdrücklichen Wunsch" seiner Mandantin die eingelegten Rechtsmittel gegen das Urteil vom 14. November 2008 zurückgenommen. Darin sei aber "keinesfalls ein Schuldeingeständnis" zu sehen. Die 19-Jährige halte an ihrer Schilderung des Vorfalls fest. Rebecca K. war vom Amtsgericht Hainichen wegen Vortäuschens einer Straftat zu 40 Arbeitsstunden verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie sich im November 2007 ein Hakenkreuz in die Haut geritzt hatte. Dann hatte die damals 17-Jährige behauptet, von Neonazis angegriffen worden zu sein, als sie einem Aussiedlermädchen helfen wollte. "Meine Mandantin sieht sich nicht in der Lage, sich ein zweites Mal einer Verhandlung von erheblicher Dauer mit entsprechender Beachtung durch die Medien auszusetzen", sagte Schweppe gestern. Rebecca K. hoffe nun, ihre Ruhe wiederzufinden. "Dieser Schritt spricht für sich", kommentierte Mittweidas Oberbürgermeister Matthias Damm (CDU) die Nachricht. "Gespannt bin ich auf die Reaktion des Berliner Bündnisses. Ich habe mich immer dagegen ausgesprochen, die Ehrung während des noch laufenden Verfahrens zu vergeben." Das Bündnis für Demokratie und Toleranz hatte das vermeintliche Opfer im Februar 2008 für seine Zivilcourage ausgezeichnet und betont, man glaube Rebecca K. Am 16. März will der Beirat des Bündnisses entscheiden, ob der Mittweidaerin die Auszeichnung aberkannt wird.
Freie Presse, Onlineausgabe, 20.02.2009
Jahr: Bündnis muss sich entschuldigen
Mittweida. Nachdem die wegen eines vorgetäuschten Neonazi-Überfalls in Mittweida verurteilte Rebecca K. den Schuldspruch akzeptiert hat, fordert der Bundestagsabgeordnete Peter Jahr (CDU): Der "Ehrenpreis für Zivilcourage", den das Bündnis für Demokratie und Toleranz trotz Zweifel am Tathergang an die junge Frau verliehen hatte, muss sofort zurückgenommen werden. Außerdem müsse sich das Bündnis für die falschen Anschuldigungen bei den Bürgern von Mittweida entschuldigen. "In Mittweida ist man sich bewusst, dass man ein Problem mit Rechtsextremisten hat", so der CDU-Politiker. "Dies rechtfertigt aber noch lange nicht, eine gesamte Stadt unter Generalverdacht zu stellen."
Freie Presse, Onlineausgabe, Mittweidaer Zeitung, 21.02.2009



